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Informativer Link

Informativer Link einer psychologischen Schulberatungsstelle zu Rechenschwäche, Grundlagen und Vorgehensweise. Mit Fallbeschreibung eines Schülers der Sekundarstufe. Die Definition der Rechenschwäche wird nach unseren praktischen Erfahrungen durch DSM V (Diagnostischer und statistischer Leitfaden psychischer Störungen) treffender beschrieben, als durch ICD 10 (Internationale statische Klassifikation der Krankheiten).

Hier die Definition nach DSM V:
„Die mit individuell durchgeführten standardisierten Tests gemessenen mathematischen Fähigkeiten liegen wesentlich unter denen, die aufgrund des Alters, der gemessenen Intelligenz und der altersgemäßen Bildung einer Person zu erwarten wären. Die unter A. beschriebene Störung behindert deutlich die schulischen Leistungen oder Aktivitäten des täglichen Lebens, bei denen mathematische Fähigkeiten benötigt werden. Liegt ein sensorisches Defizit vor, sind die Schwierigkeiten beim Rechnen wesentlich größer als diejenigen, die gewöhnlich mit diesem Defizit verbunden sind.“

Hier der Link:
https://www.schulberatung.bayern.de/imperia/md/content/schulberatung/pdfndb/infoblaetter/dyskalkulie_ebne_pr_sentation.pdf

 

Berichte auf den Onlineseiten der Stuttgarter Nachrichten und der Stuttgarter Zeitung

Unter der Überschrift „2 plus 2 = 22?“ berichten die beiden großen Stuttgarter Zeitungen über Rechenschwäche und unsere Arbeit.

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.rechenschwaeche-bei-schuelern-zwei-plus-zwei-22.8c8b4e56-0ac0-4f03-9405-c53a320f862c.html

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.rechenschwaeche-bei-schuelern-zwei-plus-zwei-22.28fb6fc8-65f9-4578-b5d1-a5aa745bf376.html

 

Blickwechseln e.V. im Tübinger „Fokus“

In ihrer Ausgabe vom 19. Februar 2016 hat die Stadtzeitung „Tübingen im Fokus“ einen Beitrag von Adelheid Müller zur Arbeit von Blickwechseln veröffentlicht:
Wenn sich der Kopf bei Mathe sträubt

 

„Als ob man ins Leere übt“

„Stuttgart – Anna (Name geändert) war ein unauffälliges Kind, auch beim Einschultest. „Sie konnte schon im Kindergarten lesen, ohne dass wir mit ihr geübt haben“, sagt ihre Mutter Andrea Müller (Name geändert). Auch in der ersten Klasse lief noch alles gut. Erst in der zweiten Klasse fiel auf, dass Anna kein Verständnis für Zahlen hatte – „mit dem Zehnerübertritt“, berichtet ihre Mutter. „Für 17 plus drei reichten die Finger nicht mehr zum Rechnen.“ Die Lehrerin riet: „Feste üben.“ Das tat Andrea Müller. „Ich hab mit ihr jeden Tag geübt, stundenlang. Aber sie konnte mit den Zahlen nichts anfangen. Es war, als ob man komplett ins Leere übt.“´

Das sind die ersten Zeilen eines lesenswerten Beitrags in der Stuttgarter Zeitung vom 4. November 2014, in dem es. u.a. um die Diagnose und Therapiemöglichkeiten von Rechenschwäche geht. Der Beitrag befasst sich zudem mit der Frage der Kosten der Therapie bzw. deren Finanzierbarkeit.

Blickwechseln e.V. hat zu diesem Beitrag den folgenden Leserbrief geschrieben:

Wir sind ein gemeinnütziger Verein und befassen uns seit ca. drei Jahrzehnten mit Rechenschwäche – oder eigentlich damit wie sich logisch-mathematische Denkprozesse von Geburt an aufbauen und wie man sie im Kindergartenalter und auch während der Schulzeit sinnvoll unterstützen kann. Ebenso lang therapieren wir Kinder, Jugendliche und Erwachsene die unter Rechenschwäche leiden (vor 2012 als itr und proLogika). Wir erleben Fallgeschichten ähnlich Anna täglich – zusätzlich angereichert durch die Verzweiflung vieler Eltern, die nicht wissen wie sie die Therapiekosten aufbringen sollen (selbst wenn diese kleiner als der im Artikel genannte Betrag sind). Selbst eine kinder- und jugendpsychiatrische Diagnose führt nur in seltenen Fällen zur Gewährung einer Eingliederungshilfe durch das Jugendamt. Noch schlimmer ist es, wenn aus den Jugendlichen junge Erwachsene geworden sind und diese erst als 18-jährige begreifen, dass sie unter Rechenschwäche leiden. Sie möchten einen Beruf erlernen und können nicht. Eine Eingliederungshilfe wird hier gar nicht bezahlt und die Agentur für Arbeit finanziert in der Regel höchstens eine nachhilfeähnliche Unterstützung, die bei Rechenschwäche nicht greift. Beides Umstände, die verändert gehören – schließlich handelt es sich um mindestens 6 % der jungen Menschen!
Noch eine Bemerkung zum Nachteilsausgleich: Aus meiner langjährigen Erfahrung in der Therapie wie auch in der Fortbildung rate ich folgendes: Der Nachteilsausgleich sollte der psychischen Gesundheit der Kinder und vor allem der weitestmöglichen Heilung der Rechenschwäche dienen. Das heißt geeignete Fördermaßnahmen müssen möglich werden, denn die Kinder benötigen die Kompetenz selbstständig mit mathematischen Problemen des Berufsalltags umgehen zu können in jedem Fall in ihrem Leben. Viele Fördermaßnahmen in diesem Feld sind nicht sehr effektiv und sind somit für eine gelingende Entwicklung eher kontraproduktiv, weil die Kinder dann noch stärker an sich zweifeln.
Adelheid Müller
Vorstand blickwechseln eV
Waldburgstraße 79
Stuttgart

 


Sicherer in der Zahlenwelt beim Verein `Blickwechseln´

Reutlingen, Tübingen. 26.11.2014. »Rund ein Viertel der 14- bis 15-Jährigen können nicht selbstständig mathematisch denken. Dabei ist gerade das in vielen Fällen die Voraussetzung für den erfolgreichen Abschluss einer beruflichen Ausbildung«, sagt Adelheid Müller, die für den Verein als Rechenschwäche-Therapeutin arbeitet. »Ich finde es ganz fürchterlich, wenn Jugendliche diese Schwäche mit sich herumschleppen und deshalb bei der Berufsfindung hinten runter fallen.«

Dabei kann es trotz normaler oder überdurchschnittlicher Intelligenz vorkommen, dass jemand stundenlang Mathematikaufgaben paukt und sich dennoch in der Welt der Zahlen und Mengen verliert …

Den vollständigen Beitrag, der am 25.11.2014 im Reutlinger Generalanzeiger erschienen ist, finden Sie hier

 

Handreichungsreihe „Förderung gestalten“

Stuttgart, 30. Juli 2013. Die Handreichungsreihe „Förderung gestalten“ des Kultusministeriums Baden-Württemberg enthält seit Sommer 2012 das Modul B mit dem Schwerpunkt „Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Schwierigkeiten in Mathematik“. Dieses Modul steht auf der Internetseite des Landesbildungsservers  zum Download bereit oder kann über diese Seite bestellt werden.

 

Entwicklung methodisch-mathematischen Denkens

Tübingen, 15. Juli 2013. Zur kognitiven Strukturierung des logisch-mathematischen Denkens existiert bisher kein  umfassendes und unumstrittenes Modell (HELLMICH, 2007). An dieser Stelle wird ein Modell vorgestellt, das für die Fortbildung von Pädagogen entwickelt wurde. Es bildet verschiedene Bereiche der Denkentwicklung über mehrere Altersstufen hinweg ab wie Aufmerksamkeitssteuerung, räumliche Vorstellung, Mengenvorstellung, räumlich-analoge Zahlenvorstellung und Sprachentwicklung (in hier relevanten Aspekten) in ihrem Zusammenwirken für die logisch-mathematische Denkentwicklung. Die mögliche Rolle des Arbeitsgedächtnisses wird integriert. Die kognitiven Entwicklungsprozesse werden mit neurologischen Untersuchungen
vernetzt. Als ein zentrales Moment wird der Übergang von der Mengenvorstellung zur räumlich-analogen Zahlenvorstellung dargestellt (mentale Quantelung).

Der Beitrag von Adelheid Müller ist am 15. Juli 2013 in MNU (66/5) erschienen. Wir haben den Beitrag hier zum Download bereitgestellt:

Entfaltung quantitativer Denkprozesse MNU_5_2013_260-264