Prinzipien einer Legasthenietherapie im L.I.K.

 

Aufbau der auditiven Wahrnehmung
Erkennen und Unterscheiden

  • von einzelnen Lauten ( m – n – r )
  • von Lautkombinationen ( pf – schm – str )
  • der Reihenfolge der Laute in einem Wort
  • des Silbenaufbaus von Wörtern
  • der Länge/Kürze eines betonten Vokals (eben – Ebbe)

 

Aufbau der visuellen Wahrnehmung
Erkennen und Unterscheiden

  • von ähnlich aussehenden Buchstaben (b – d)
  • von ähnlichen Buchstabengruppen (schm – schn)
  • von ähnlichen Wortbildern (Pfad – Pfand)
  • der Raumlage von Symbolen (rechts/links/oben/über)

 

Aufbau der Schreibmotorik

  • Training der für ein flüssiges Schreiben erforderlichen Bewegungsabläufe
  • Entwicklung der Koordination von Hören und Sehen und der entsprechenden Handbewegung beim Schreiben
  • Entwicklung vom Schreiben einzelner Buchstaben hin zum silbenweisen Schreiben
  • Entwicklung zum Ganzwortschreiben mit silbenweiser Kontrolle

 

Unterstützung der Sprechmotorik

  • Erkennen der Mundstellung bei einzelnen Lauten
  • Übungen zu dialektbedingten Aussprachefehlern

 

Unterstützung der Blickmotorik

  • Training der Blicksteuerung

 

Gedächtnis- und Konzentrationstraining

  • Erwerb von Selbstkontrolltechniken
  • Erhöhung der Konzentrationsspanne
  • Hilfen beim Aufbau von Memoriertechniken

 

Aufbau der kognitiven Wahrnehmung

  • Erkennen von Rechtschreibregeln in Abhängigkeit von der auditiven und visuellen Wahrnehmung z.B. „ie“ nur bei betontem langem „i“ in der ersten Silbe des Wortstammes oder Mitlautdopplung nur nach kurzen Selbstlauten
  • Erarbeitung aller altersrelevanten Rechtschreibregeln

 

Verbesserung des Arbeitsstils

  • Aufbau der Arbeitsorganisation
  • Verbesserung des individuellen Arbeitstempos

 

Weitere psychologische Maßnahmen

  • Abbau von negativer Selbsteinschätzung und Abwehrhaltung
  • Reduzierung der durch die Legasthenie bedingten Verhaltensauffälligkeiten
  • Spieltherapeutische Maßnahmen zum Aufbau von Kreativität und Motivation

 

Therapiebegleitende Übungen zu Hause

  • Aufbau des selbständigen und eigenverantwortlichen Arbeitens
  • Anwendungsübungen bis hin zur Automatisierung

 

Therapiebegleitende Eltern- und Lehrergespräche

  • Integration des sozialen Umfeldes in die therapeutischen Maßnahmen und den Therapieerfolg
  • Regelmäßige Beratung der Eltern
  • Zusammenarbeit mit dem/r Deutschlehrer/in des Kindes

Welche Methoden in welcher Gewichtung integrativ zum Einsatz kommen, hängt von der Besonderheit des Kindes ab.
Es finden ausschließlich Einzeltherapien statt, um die individuellen Probleme mit dem Lesen und / oder Schreiben sowie weitere persönliche Besonderheiten umfassend zu berücksichtigen.
Die Therapie ist in der Regel einstündig und findet einmal wöchentlich statt.


 

Diagnose im L.I.K.

Eine individuelle diagnostische Untersuchung ist einer Beratung der Eltern und einer Therapie vorgeschaltet, um die vorhandenen inhaltlichen und psychischen Defizite, aber auch die Stärken und Besonderheiten zu erfassen. Hierzu gehören auch Informationen zu medizinischen und psychosozialen Besonderheiten in der kindlichen Entwicklung.

Auf Grundlage der Auswertung aller Daten kann entschieden werden, ob eine Legasthenietherapie erfolgversprechend ist und wie die Therapie aufgebaut wird.